Die langfristige Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Bezirk Lilienfeld stand im Mittelpunkt eines Gesprächs mit Sozial- und Gesundheitsministerin Korinna Schumann. Bundesrat, SPÖ-Bezirksvorsitzender und Bürgermeister Christian Fischer, Hohenbergs Bürgermeister Ferdinand Lerchbaumer und Vizebürgermeister Heinz Spreitzhofer nutzten die Gelegenheit, um aktuelle Herausforderungen und notwendige Maßnahmen für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum zu besprechen.
Eine gut funktionierende medizinische Versorgung ist gerade in ländlichen Regionen von besonderer Bedeutung. Die Nachbesetzung von Kassenarztstellen, bevorstehende Pensionierungen und die Sicherung bestehender Ordinationen stellen viele Gemeinden vor große Herausforderungen. Im Gespräch mit Bundesministerin Korinna Schumann wurden daher insbesondere die Zukunft der hausärztlichen Betreuung und die medizinische Versorgung in den einzelnen Gemeinden des Bezirks thematisiert.
Wie wichtig langfristige Lösungen sind, zeigt aktuell die Situation in Hohenberg. Nach dem Pensionsantritt des langjährigen Hausarztes stand die Gemeinde vor der Herausforderung, die ärztliche Betreuung der Bevölkerung weiterhin sicherzustellen.
Durch den Einsatz von Bürgermeister Ferdinand Lerchbaumer konnte bereits eine Übergangslösung für die kommenden zwei Jahre geschaffen werden. Gemeinsam mit Vizebürgermeister Heinz Spreitzhofer wurde beim Gespräch mit Ministerin Schumann die Bedeutung einer dauerhaften Nachfolgelösung hervorgehoben.
Gerade für ältere Menschen, Familien und Personen ohne eigenes Fahrzeug ist eine Hausarztordination in erreichbarer Nähe ein wesentlicher Bestandteil der Lebensqualität. Deshalb braucht es frühzeitige Planungen und geeignete Rahmenbedingungen, um auch künftig Ärztinnen und Ärzte für den ländlichen Raum gewinnen zu können.
Ein weiterer Schwerpunkt war die bereits beschlossene Primärversorgungseinheit (PVE) im Bezirk Lilienfeld. Durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Gesundheitsberufe können solche Einrichtungen zusätzliche Möglichkeiten in der medizinischen Betreuung schaffen.
Gleichzeitig wurde im Gespräch betont, dass bei der Umsetzung die bestehenden ärztlichen Strukturen in den Gemeinden berücksichtigt werden müssen. Gerade in einem weitläufigen Bezirk wie Lilienfeld sind kurze Wege und wohnortnahe Angebote für die Bevölkerung besonders wichtig.
„Neue Versorgungsmodelle können einen wichtigen Beitrag leisten. Entscheidend ist aber, dass sie eine tatsächliche Verbesserung für die Menschen bringen. Wir müssen darauf achten, dass die medizinische Betreuung auch in den kleineren Gemeinden langfristig gesichert bleibt und bestehende Hausarztstrukturen nicht geschwächt werden“, betont SPÖ-Bezirksvorsitzender Christian Fischer.
Neben der hausärztlichen Betreuung wurde auch die Situation bei den Facharzt-Kassenstellen thematisiert. So ist die Kassenstelle für Dermatologie im Bezirk Lilienfeld bereits seit Oktober 2023 unbesetzt. Trotz wiederholter Ausschreibungen konnte bisher keine Nachfolge gefunden werden. Für betroffene Patientinnen und Patienten bedeutet dies häufig zusätzliche Wege in andere Bezirke.
Dieses Beispiel verdeutlicht, dass es nicht nur um die Sicherstellung der Allgemeinmedizin geht, sondern auch um eine ausreichende fachärztliche Versorgung im ländlichen Raum.
Ein unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Versorgung im Bezirk ist auch das Krankenhaus Lilienfeld. Es ist eine wichtige Säule der regionalen Gesundheitsversorgung und ergänzt die Betreuung durch Haus- und Fachärztinnen und -ärzte. Für die Bevölkerung ist es daher von großer Bedeutung, dass der Krankenhausstandort Lilienfeld auch langfristig abgesichert und gestärkt wird. Eine umfassende Gesundheitsplanung muss sowohl die wohnortnahe ärztliche Betreuung als auch den Erhalt einer leistungsfähigen Krankenhausversorgung berücksichtigen.
Im Austausch mit Ministerin Schumann wurde die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Bund, Land, Sozialversicherung und Gemeinden hervorgehoben. Ziel muss es sein, bestehende Versorgungsangebote langfristig abzusichern und rechtzeitig Lösungen für frei werdende Kassenarztstellen zu entwickeln.
Für Christian Fischer, Ferdinand Lerchbaumer und Heinz Spreitzhofer steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: Die Menschen im Bezirk Lilienfeld müssen sich auch künftig auf eine gut erreichbare und verlässliche medizinische Betreuung verlassen können.
„Gesundheitsversorgung darf keine Frage der Postleitzahl sein. Unser gemeinsames Anliegen ist es, dass die Menschen in allen Gemeinden unseres Bezirks auch in Zukunft bestmöglich medizinisch versorgt werden. Dafür braucht es konkrete Lösungen vor Ort und eine langfristige Planung“, so Fischer abschließend.
Der Austausch mit Bundesministerin Schumann war eine wichtige Gelegenheit, die Anliegen und Herausforderungen des Bezirks Lilienfeld unmittelbar auf Bundesebene zur Sprache zu bringen.